Jan 05 2011
Sie gehören fest zum Straßenbild: Backpacker in Berlin
Besucher aus dem In- und Ausland kommen in die Stadt mit dem großen Angebot an Sehenswürdigkeiten, Kultur und Freizeiteinrichtungen. Viele reisen mit dem Rucksack und kleinem Budget.
Berlin ist eines der Hauptziele für Touristen aus dem eigenen Land und auch internationale Besucher, die in Deutschland Urlaub machen, wählen die Hauptstadt häufig für einen Aufenthalt. Beweggründe und Interessen, die zu einer Entscheidung für einen Berlinbesuch führen, fallen äußerst unterschiedlich aus. Historisch Interessierte kommen etwa um die Spuren der deutschen Teilung zu sehen, andere suchen eher das Nachtleben oder die Musikszene. Das eher niedrige Preisniveau für Unterkünfte und Verpflegung mag dabei eine Rolle spielen. Nicht zuletzt seit der regierende Oberbürgermeister Berlins seiner Stadt das Prädikat angeheftet hat, sie sei "arm aber sexy" ahnt man, dass es sich bei der deutschen Hauptstadt nicht um eine der Metropolen handelt, in denen es hauptsächlich um Geld geht. Tatsächlich gliedert sich Berlin mit seinen unterschiedlichen Bezirken in ähnlich viele verschiedene soziale Umgebungen auf. Diese Heterogenität übt offenbar einen Reiz auf Touristen aus, denn die Zahlen der Besucher steigen.
Einen Vorteil für junge Touristen, die oft nur eine kleine Reisekasse zur Verfügung haben, scheinen die vergleichsweise geringen Lebenshaltungskosten in Berlin darzustellen. Aus diesem Grund sieht man zu jeder Jahreszeit zahlreiche Backpacker in Berlin, die dort länger Station machen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Hauptstädten, die ebenfalls beliebte Reiseziele von Rucksacktouristen sind, wie London, Paris, Stockholm oder Kopenhagen, sind die Möglichkeiten mit wenig Geld in Berlin einen Urlaub zu gestalten groß. Backpacking ist eine Form des Reisens, die sich in Abgrenzung zum etablierten Massentourismus entwickelt hat. In den 60er- und 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts begannen junge Menschen aus dem angloamerikanischen Raum nur mit einem Rucksack (amerikanisch "Backpack") als Gepäck und ohne vorherige Buchung von Unterkünften Europa und Asien zu bereisen. Es entwickelte sich der sogenannte Hippie Trail, eine Route, die über Land durch Europa nach Südostasien führte, wo die Geburtsländer des Alternativtourismus liegen.
Heute hat der Rucksacktourismus nicht mehr allzu viel mit alternativem Lebensstil zu tun. Die Menschen, die mit leichtem Gepäck durch Europa reisen, sich treiben lassen und dabei eben häufig nach Berlin kommen, schätzen meist einfach die flexible und preisgünstige Art zu reisen und entstammen den verschiedensten Schichten und Klassen. Rucksacktourismus ist fast schon selbst eine Art Massenphänomen geworden. In Berlin haben sich die Tourismusindustrie und Gastgeber auf diese Klientel eingestellt. Zahlreiche Hostels - die bei Backpackern gängigen preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten - bieten ihre Schlafsäle und einfachen Zimmer in den verschiedenen Kiezen der Innenstadt an. Dort werden die Backpacker meistens auch mit freiem WLAN und den wichtigsten Informationen, um sich in der Stadt zurechtzufinden versorgt. Außerdem finden Alleinreisende in den Gemeinschaftsräumen leicht Anschluss zu anderen Reisenden. Kombinierte Fahr- und Eintrittskarten für die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind auch bei schmaler Reisekasse erschwinglich.